AKTIONSTAG FÜR PSYCHISCHE GESUNDHEIT IN EISENSTADT - OKTOBER 2008
10.10.2008
Am 10.10.2008, dem internationalen Tag der psychischen Gesundheit fand ein Infotag von pro mente Burgenland samt Info über „Begleitung von Menschen in Krisen” in der Fußgängerzone/Hauptstraße bei der Pestsäule in Eisenstadt von 9.30 bis 11.30 Uhr statt.
Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen der Gesellschaft. Dazu gehören Angsterkrankungen, depressive Störungen und Suchterkrankungen, wie z.B. Alkoholsucht. Die meisten Menschen mit einer psychischen Erkrankung können heute wirksam behandelt und ihr Leiden wesentlich gemildert werden. Die Angst vor einer Stigmatisierung hindert viele Menschen jedoch, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Bürgermeisterin von Eisenstadt, Frau Andrea Fraunschiel eröffnet die Veranstaltung und weist auf folgendes hin: „Bei körperlichen Erkrankungen oder Krisen gehen wir zum Hausarzt, wenn aber die Seele krank ist, scheuen sich viele Menschen, einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen”. „Aber, je früher man z.B. eine Depression erkennt”, so Mag. Bruno Wögerer, Obmann des Vereins pro mente Burgenland, „desto besser kann geholfen werden.”
Auf diesen Umstand möchte pro mente Burgenland am Welttag für seelische Gesundheit, dem 10. Oktober 2008, aufmerksam machen und gleichzeitig über Therapieformen informieren.
Therapeuten, Ärzte, Psychologen und MitarbeiterInnen von pro mente Burgenland stehen an diesem Tag in Eisenstadt für Fragen rund um das Thema psychische Erkrankung und seelische Gesundheit zur Verfügung. Frau Mag. Angelika Klug, Obfau des Vereines HPE Hilfe für Angehörige psychisch erkrankter Menschen setzt sich als professionelle Ansprechpartnerin besonders für betroffene Angehörige ein. Peter Stippl vom Burgenländischen Landesverband für Psychotherapie wird versuchen aufzuzeigen, daß Krisen oder psychische Erkrankungen kein Schicksal sind, mit dem man sich abfinden muß. Es kann geholfen werden. Veränderungen im Leben wie Arbeitsplatzverlust, Wohnortwechsel oder Streß bringen viele Menschen aus dem Gleichgewicht. Der Verlust eines lieben Menschen oder eine schwere Krankheit führen manchmal zu Krisensituationen, in denen wir Hilfe brauchen. Zwischen Gesundheit und Krankheit liegt oft nur ein schmaler Grat. Echte, professionelle Hilfe erkennt man dabei daran, daß nicht einfach Ratschläge gegeben werden, sondern daß der professionelle Helfer bzw. Psychotherapeut gemeinsam mit der KlientIn Lösungen erarbeitet bzw. der Klientin hilft, Lösungen für sich zu finden.
Einrichtungen wie pro mente Burgenland oder der Psychosoziale Dienst Burgenland kümmern sich darum, daß im Krisenfall die richtige Betreuung zur Anwendung kommt. Ein Netzwerk von Therapeuten und Psychiatern steht im Burgenland zur Verfügung, das Hilfe und Unterstützung anbietet. Mag. Margit Chadim-Suchy, Geschäftsführerin von pro mente Burgenland erklärt die Ziele des Vereins: „Unsere Aufgabe ist, die Interessen psychisch kranker Menschen in der Öffentlichkeit wahrzunehmen und zu vertreten. Wir setzen uns für eine moderne Behandlung ein, damit Betroffene wieder ein gemeindenahes, selbständiges Leben führen können. In Lackenbach, Bezirk Oberpullendorf, und in Kohfidisch, Bezirk Oberwart, betreiben wir ein Wohnheim, in dem Männer und Frauen mit lang dauernden oder chronischen psychischen Erkrankungen betreut werden. Angeschlossen daran ist ein Tageszentrum mit einem umfangreichen Beschäftigungs-, Freizeit- und Therapieangebot. Hier wird vor allem der Wiedereinstieg ins Alltags- und Berufsleben gefördert.”
Eine weitere Stütze für psychisch Kranke im Burgenland ist die Sozialbegleitung. Die pro mente-Sozialbegleitung ist ein Projekt, bei dem ehrenamtliche HelferInnen sich einmal pro Woche mit einem psychisch erkrankten Menschen zur gemeinsamen Freizeitgestaltung treffen. Die Leiterin des Projekt, Anna Tragl: „Dieses konkrete Angebot soll Betroffenen aus ihrer krankheitsbedingten Isolation helfen und die Freude am Zusammensein mit anderen Menschen zurückbringen”. Die Treffen werden in Zusammenarbeit mit dem Psychosozialen Dienst, ÄrztInnen und anderen Organisationen, sowie den SozialbegleiterInnen hergestellt.